Viele Kapverdianer sind sehr spirituell und offen für unterschiedliche Rituale. Neben der katholischen Kirche gibt es lebendige protestantische Gemeinden, etwa die Nazarenes, die besonders junge Menschen mit fröhlichem Gesang und einem weltoffenen Ansatz anziehen. Auch kleinere Kirchen und Glaubensgruppen sind vertreten.
Für viele Familien gehört der Kirchgang am Sonntag selbstverständlich dazu. Die Messen sind an Sonn- und Feiertagen meist gut besucht und haben einen starken sozialen Charakter:
- gemeinsames Singen
- Prozessionen
- und das anschließende gesellige Beisammensein
sind feste Bestandteile des Wochenrhythmus.
Typisch für katholische Traditionen ist auch das freitägliche Fischessen: Wie in anderen katholisch geprägten Regionen wird am Freitag – zur Erinnerung an das Leiden Christi – häufig auf Fleisch verzichtet und stattdessen Fisch serviert. Fischgerichte gehören generell zur kapverdischen Alltagsküche, am Freitag aber haben sie in vielen Haushalten und Restaurants einen besonderen Stellenwert.
Viele Kapverdianer nehmen zusätzlich unter der Woche an anderen spirituellen Zeremonien teil, zum Beispiel an Ritualen des brasilianischen Racionalismo Cristão. In diesen Tempeln werden Sorgen und Ängste ausgesprochen und „das Böse“ symbolisch vertrieben. Auch viele Katholiken besuchen solche Zeremonien – der Glaube ist auf den Kapverden offen, lebensnah und stark mit der eigenen Gefühlswelt verbunden.